Bei einem Armaturenwechsel merkt man schnell, dass die eigentliche Arbeit nicht oben am Waschbecken stattfindet. Der Wasserhahn ist in wenigen Minuten abgeschraubt; die meiste Zeit verbringt man darunter, mit wenig Platz, einer Taschenlampe zwischen den Zähnen und einer Mutter, die sich seit Jahren nicht bewegt hat. Genau deshalb lohnt es sich, den Austausch nicht hastig anzugehen. Mit passenden Anschlüssen, einem trockenen Arbeitsplatz und etwas Geduld lässt sich eine Waschtischarmatur meist selbst montieren – auch ohne große Heimwerkererfahrung.
Vor dem Kauf: Passt die neue Armatur überhaupt?
Bevor die alte Armatur ausgebaut wird, sollte die neue zur vorhandenen Installation passen. Im normalen Bad sind zwei Eckventile vorhanden: eines für Kaltwasser, eines für Warmwasser. Die meisten Waschtischarmaturen sind dafür ausgelegt und werden mit zwei flexiblen Anschlussschläuchen geliefert. Bei einem Waschbecken mit nur einem Wasseranschluss, etwa in manchen Gäste-WCs, braucht man dagegen eine passende Kaltwasserarmatur. Eine normale Mischbatterie ist dort nicht automatisch die richtige Wahl.
Prüfen Sie außerdem, ob die Schläuche lang genug sind und zum Anschluss passen. Häufig haben sie am Armaturenkörper ein kleineres Gewinde und am Eckventil einen Anschluss in der üblichen Größe; maßgeblich sind aber die Angaben des Herstellers und die vorhandene Installation. Alte Eckventile können abweichende Anschlüsse haben oder so ungünstig sitzen, dass die mitgelieferten Schläuche nicht sauber geführt werden können. Ein Blick unter das Becken vor dem Kauf erspart den typischen Zwischenstopp im Baumarkt – mit bereits ausgebautem Wasserhahn in der Hand.
Auch die Befestigung verdient einen kurzen Check. Bei vielen Armaturen sitzt unter dem Becken eine Gewindestange mit einer Halteplatte oder einer großen Mutter. Andere Modelle werden mit einem Befestigungssatz montiert, der sich deutlich unterscheidet. Wenn das Becken sehr tief oder der Zugang durch einen Unterschrank eng ist, hilft eine Armaturen-Montagehilfe. Ein gewöhnlicher Maulschlüssel reicht oft, ist aber nicht immer bequem genug, um die Befestigungsmutter gerade anzusetzen.
Wasser abstellen und den Arbeitsplatz vorbereiten
Räumen Sie den Unterschrank möglichst leer und legen Sie ein Handtuch oder eine flache Schale unter die Eckventile. In den Schläuchen bleibt auch nach dem Schließen noch Wasser stehen. Drehen Sie beide Eckventile im Uhrzeigersinn zu, ohne sie mit Gewalt festzuziehen. Öffnen Sie anschließend den Wasserhahn. So wird der Druck abgebaut und Sie sehen zugleich, ob die Absperrung tatsächlich funktioniert.
Kommt weiterhin Wasser, oder lässt sich ein Eckventil nur mit großer Kraft bewegen, sollten Sie nicht einfach weiterarbeiten. Ein altes Ventil kann undicht werden, wenn es gewaltsam betätigt wird. In diesem Fall ist es vernünftiger, die Arbeit zu unterbrechen und die Absperrung fachgerecht prüfen oder erneuern zu lassen. Wenn die Eckventile dicht schließen, können Sie die Anschlüsse lösen. Halten Sie dabei das Ventil mit einem zweiten Schlüssel gegen, damit sich die Leitung in der Wand nicht mitdreht. An dünnen oder korrodierten Rohren kann ein zu hoher Drehmoment Schaden anrichten.
Fotografieren Sie die vorhandene Schlauchführung, bevor Sie etwas lösen. Das klingt nebensächlich, ist aber hilfreich, wenn Warm- und Kaltwasser unter dem Becken nicht so liegen, wie man es erwartet. Legen Sie außerdem einen Lappen bereit: Beim Abschrauben läuft meist eine kleine Menge Wasser aus den Schläuchen und dem Armaturenkörper.
Die alte Armatur lösen, ohne das Becken zu beschädigen
Lösen Sie zuerst die Überwurfmuttern an den Eckventilen. Arbeiten Sie langsam und halten Sie die Ventile gegen. Danach wird die Befestigung unter dem Waschbecken gelöst. Bei einer stark verkalkten oder angerosteten Mutter ist ein langer Hebel verlockend, doch dabei kann man abrutschen und die Keramik beschädigen. Ein wenig Rostlöser an der Metallverbindung kann helfen; lassen Sie ihn einwirken und achten Sie darauf, dass nichts auf empfindliche Oberflächen oder Kunststoffteile gelangt.
Sobald die Befestigung frei ist, lässt sich die Armatur von oben herausheben. Manchmal sitzt sie trotz gelöster Mutter fest, weil sich Kalk oder Schmutz um die Öffnung gelegt hat. Bewegen Sie den Sockel vorsichtig hin und her, statt mit einem Schraubendreher zwischen Armatur und Keramik zu hebeln. Keramik hält viel aus, aber eine punktuelle Belastung am Beckenrand kann eine Abplatzung verursachen. Reinigen Sie die Auflagefläche gründlich, bevor die neue Armatur eingesetzt wird. Alte Dichtungsreste und Kalkkrusten können sonst verhindern, dass der Sockel gleichmäßig aufliegt.
Neue Armatur montieren: erst ausrichten, dann festziehen
Lesen Sie die Montageanleitung der neuen Armatur, bevor Sie die Schläuche einfädeln. Je nach Modell werden sie bereits eingesetzt geliefert oder müssen einzeln in den Armaturenkörper geschraubt werden. Lassen Sie die Anschlüsse dabei nicht verkanten und ziehen Sie sie nur so an, wie es der Hersteller vorgibt. An den flexiblen Schläuchen darf man nicht am Geflecht drehen oder sie stark knicken. Eine beschädigte Schlauchummantelung sieht von außen manchmal noch unauffällig aus, kann aber später zum Problem werden.
Führen Sie die Schläuche durch die Öffnung im Waschbecken und setzen Sie die Armatur mit ihrer vorgesehenen Dichtung auf. Wenn eine zusätzliche Dichtmasse nicht ausdrücklich verlangt wird, ist sie normalerweise nicht nötig: Die passende Dichtung übernimmt diese Aufgabe. Richten Sie den Wasserhahn von oben aus, während Sie unten die Befestigung ansetzen. Ziehen Sie die Mutter zunächst nur handfest an und prüfen Sie, ob der Auslauf gerade über dem Becken steht und der Bedienhebel genügend Platz hat. Erst wenn die Position stimmt, wird die Befestigung gleichmäßig angezogen.
Nicht überziehen: Die Armatur soll fest sitzen, aber die Befestigung darf das Waschbecken nicht unter unnötige Spannung setzen. Besonders bei dünnwandigen Becken kann zu starkes Anziehen die Keramik oder die Befestigungsteile belasten. Wenn sich der Wasserhahn beim Bedienen noch verdreht, prüfen Sie lieber die Lage der Halteplatte und der Dichtung, statt die Mutter blind weiter anzuziehen.
Schläuche anschließen und den Wasserfluss prüfen
Verbinden Sie Warm- und Kaltwasserschlauch mit den entsprechenden Eckventilen. In der Regel liegt Warmwasser links und Kaltwasser rechts, doch bei älteren oder veränderten Installationen sollte man sich nicht allein darauf verlassen. Falls Sie vor dem Ausbau ein Foto gemacht haben, vergleichen Sie es. Die Schläuche müssen in einem weiten Bogen verlaufen und dürfen weder gekreuzt noch geknickt sein. Prüfen Sie auch, ob sie beim Öffnen der Schranktür oder beim Herausziehen eines Fachs eingeklemmt werden könnten.
Die Anschlussdichtungen sitzen bei üblichen Flexschläuchen in der Überwurfmutter. Deshalb wird das Gewinde dort normalerweise nicht mit Teflonband umwickelt; die Dichtung muss sauber und gerade aufliegen. Ziehen Sie die Muttern zunächst von Hand an und geben Sie anschließend mit dem Schlüssel nur eine kleine, kontrollierte Nachbewegung. Hält man zu fest dagegen, kann die Dichtung gequetscht oder der Anschluss beschädigt werden.
Öffnen Sie die Eckventile langsam und beobachten Sie die Anschlüsse mit trockenem Küchenpapier. Papier zeigt kleine Tropfen schneller als ein Blick auf glänzendes Metall. Wenn alles trocken bleibt, lassen Sie zunächst kaltes und dann warmes Wasser laufen. Dabei werden Luft und mögliche Rückstände aus den Leitungen gespült. Der Strahl kann anfangs kurz spritzen oder unruhig sein; nach einigen Sekunden sollte er sich beruhigen. Kontrollieren Sie anschließend noch einmal die Anschlüsse und die Befestigung unter dem Becken.
Was tun, wenn etwas nicht dicht ist?
Ein feuchter Anschluss sollte nicht mit immer mehr Kraft „repariert“ werden. Schließen Sie das betroffene Eckventil und prüfen Sie, woher das Wasser kommt: direkt aus der Verschraubung, vom Ventilschaft oder aus dem Schlauch. Bei einer undichten Schlauchverschraubung kann die Dichtung schief sitzen oder fehlen. Dann wird die Verbindung gelöst, kontrolliert und gerade neu angesetzt. Tritt Wasser am Eckventil selbst aus, ist nicht zwangsläufig die Armatur schuld; ein altes oder beschädigtes Ventil braucht möglicherweise eine eigene Reparatur.
Die folgende Übersicht hilft, die Beobachtung einzuordnen, ohne vorschnell an der falschen Stelle nachzuziehen:
| Beobachtung | Mögliche Ursache | Sinnvoller nächster Schritt |
|---|---|---|
| Wasser an der Überwurfmutter | Dichtung sitzt schief, ist beschädigt oder fehlt | Absperren, Verbindung lösen und Dichtung prüfen |
| Feuchtigkeit am Eckventil-Schaft | Ventil oder Stopfbuchse undicht | Ventil nicht weiter belasten; fachgerecht prüfen lassen |
| Armatur bewegt sich beim Betätigen | Befestigung nicht richtig ausgerichtet oder zu locker | Halteplatte und Dichtung kontrollieren, dann vorsichtig nachziehen |
| Wasserstrahl bleibt schwach | Eckventil nicht vollständig geöffnet oder Perlator zugesetzt | Ventilstellung prüfen und Strahlregler reinigen |
Der letzte Blick unter das Becken
Nach der ersten Dichtheitskontrolle schaue ich gern später am selben Tag noch einmal in den Unterschrank. Eine Verbindung, die beim kurzen Test trocken bleibt, kann nach mehreren Minuten Nutzung dennoch einen kleinen Tropfen zeigen. Legen Sie für die erste Nacht ein trockenes Stück Küchenpapier unter die Anschlüsse. Es nimmt kaum Platz weg und verrät zuverlässig, ob sich Feuchtigkeit gesammelt hat.
Wenn die Armatur fest sitzt, der Hebel frei läuft und alle Verbindungen trocken bleiben, ist der Austausch erledigt. Der schönste Teil daran ist oft nicht der neue Wasserhahn, sondern das ruhige Gefühl, die Installation verstanden zu haben. Und falls ein Eckventil beim Arbeiten Widerstand leistet oder die Leitungen sichtbar alt und angegriffen sind, ist Abbrechen kein Scheitern. Bei Wasserinstallationen ist eine saubere Unterbrechung meist die bessere Heimwerkerentscheidung als ein Schaden, der sich erst zeigt, wenn der Schrank längst wieder eingeräumt ist.
Foto von Wolfgang Hasselmann auf Unsplash
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